19.07. (NL) Niederlande: Banken und Supermärkte wollen kein Bargeld mehr akzeptieren

„Sparschweine nehmen wir nicht mehr an“, heißt es bei den holländischen Banken. Die Nachfrage nach Kassenschaltern, an denen man Geld abheben und einzahlen kann, sei gesunken. Auch Supermärkte wollen kein Bargeld mehr akzeptieren.

Den Haag. Banken und Geld sind wie Deckel und Topf, Schlüssel und Schloss, sie gehören einfach zusammen. Doch bald wird es Banken ohne Geld geben, zumindest ohne Bargeld. In den Niederlanden haben alle großen Kreditinstitute angekündigt, dass sie künftig kein Bargeld in ihren Filialen mehr führen und auch keines mehr annehmen werden.

Die klassischen Kassenschalter in der Bank, wo man Bares einzahlen oder abheben konnte, sie werden einfach abgeschafft. „Bargeld, nein danke“, heißt die neue Devise der niederländischen Kreditinstitute. Und das ausgerechnet mitten in der Finanzkrise.

Die erste Bank, die damit beginnt, nur noch bargeldlose Filialen zu betreiben, ist die SNS Bank. Seit Juli wird Bargeld aus den Schalterhallen verbannt.

In den neuen Bankshops sind kaum mehr Angestellte anwesend. Ein oder zwei Mitarbeiter genügen, um die Filialen ,,zu verwalten“, wie es heißt. Es gibt in den neuen SNS-Shops eine Menge Computer, an denen der Bankkunde seine Finanzgeschäfte selbst erledigen muss. Bargeld kann nur noch über Automaten abgehoben werden. „Wir beenden alle Geldhandlungen“, sagt SNS-Sprecher Roland Kroes.

Die Nachfrage nach Kassenschaltern, an denen man Geld abheben und einzahlen kann, sei gesunken. „Nur ein ganz geringer Teil unserer Kunden macht noch davon Gebrauch“, so Kroes.

Service wird schlechter

Die inzwischen verstaatlichte ABN Amro hat angekündigt, dass sie dem Beispiel der SNS Bank folgen wird. ING, der größte Finanzkonzern der Niederlande, und die Rabobank wälzen ähnliche Pläne. Die Geldhäuser laufen damit im Gleichschritt mit den Supermärkten. Auch diese haben angekündigt, dass sie ab spätestens 2011 an ihren Kassen kein Bargeld mehr akzeptieren werden. Tomaten und Käse etwa können Kunden nur noch bargeldlos mit Kreditkarte oder EC-Karte bezahlen.

Vorbei ist es mit den guten alten Zeiten, als Kinder ihr prall gefülltes Sparschwein noch zur Bank bringen konnten. „Sparschweine nehmen wir nicht mehr an“, so die SNS Bank. Ein Sprecher von ABN Amro ergänzt: „Wir werden unsere Kunden einfach zum bargeldlosen Zahlungsverkehr zwingen.“

Apropos ABN Amro: Seit die einst größte Bank des Landes im Zuge der Finanzkrise verstaatlicht wurde, ist deren Kundenservice noch schlechter geworden, als er ohnehin schon war. Mitarbeiter des Instituts lehnen neuerdings in barschem Ton eine kurze Beratung ab.

Quelle: Die Presse

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Hier werden natürlich mehrere Schnippchen auf einmal geschlagen.
1.) Totale Kontrolle über das Zahlungsverhalten aller Bürger. Ohne Bargeld, nur noch mit Kreditkarte, Bankomatkarte und Co., ist jederzeit und überall nachvollziehbar wo jemand was wann bezahlt hat.
2.) Totales Wissen über Vermögensverhältnisse. Bargeld zu Hause macht keinen Sinn mehr, Schwarzarbeit wird erschwert, denn Ausbezahlung in Bargeld bringt nichts und Überweisung wird bemerkt und kann nachgeprüft werden.
3.) Einsparung von Personalkosten bei Banken und Supermärkten.
4.) Dadurch zusätzliche Einnahmen. Kunden bezahlen Kontoverwaltungskosten, obwohl sie an den Schaltern und per Onlinebanking sowieso alles selber erledigen müssen. Dagegen müssen diese Einnahmen eben nicht mehr in Personalkosten investiert werden. Fazit: Wesentlich höhere Einnahmen für die Bank.

Hier können sich dann also mehrere Wirtschaftssektoren zufrieden zurück lehnen. Die Supermärkte, die Banken und natürlich auch der Fiskus, der jederzeit kinderleich alles nachprüfen kann. Nur die Kunden haben ein Problem. Ob den Leuten in den Banken, in den Supermärkten und im Finanzamt wohl bewusst ist, dass sie auf der anderen Seite auch Kunden irgendwo sind? Sie werdens noch merken.

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