(Weltweit) Eine Liste von Beispielen die zeigt, warum Datensammlung und Überwachung niemandem egal sein darf

Fälle von Datenmissbrauch und -irrtümern

Wer nichts zu verbergen hat, hat nichts zu befürchten? Der Staat missbraucht seine Sicherheitsbefugnisse nicht? Die dafür zuständigen Mitarbeiter halten sich strikt an das Gesetz? Überwachung hat für die Betroffenen keine negativen Folgen? Hier eine Liste von Gegenbeispielen, die zeigt, warum die ausufernde Datensammlung und Überwachung niemandem egal sein kann.

Die Quelle dieser Berichte, in welcher auch deren Quellenangaben zu finden sind, ist die Seite Daten-Speicherung.de. Dort findet ihr alle gesammelten Artikel. Ich habe hier auf dieser Seite nur jene Artikel festgehalten, die ich für am heftigsten halte. Bei einigen Fällen wurde (siehe ausführlicher Artikel bei Daten-Speicherung.de) hinterher die Unschuld der Verdächtigen oder gerichtlich die Illegalität der Handlungen festgestellt. Aber was hilft das, wenn Menschen dadurch Partner und Freunde, Arbeit und Ruf verloren haben?

Wer diese Beispiele (und das sind nur die bekannten, wer weiß wie viele nicht aufgedeckt werden) durchliest und noch immer meint wer nichts zu verbergen hat, der hat auch nichts zu befürchten, dem ist wirklich nicht mehr zu helfen.

————————————————–

  • Bei einem Banküberfall im Jahre 1991 hatte eine automatische Überwachungskamera mehrere Lichtbilder des Täters gefertigt, die später zur Festnahme und Verurteilung eines Hausmeisters führten. Der Verurteilte verbrachte mehr als fünf Jahre im Gefängnis. Erst nach seiner Haftentlassung wurde die Tat von dem wirklichen Täter gestanden…
  • Die Wohnung eines deutschen Professors wurde durchsucht und seine Computer beschlagnahmt, weil er Kinderpornografie über das Internet verbreitet haben soll. Tatsächlich hatte sein Internet-Zugangsanbieter der Polizei eine falsche Auskunft erteilt.
  • Ein in Österreich lebender Nigerianer geriet ins Visier der Behörden, weil er viele Telefonkontakte hatte – Verdacht des Drogenhandels. Es stellte sich heraus, dass er nur ein gefragter Ratgeber war.
  • Ein junger Navy-General und 38 weitere Personen aus England nahmen sich das Leben, nachdem sie aufgrund von Datenspuren beschuldigt und teilweise verurteilt worden waren, sich Kinderpornografie beschafft zu haben. Der junge Navy-General war vom Dienst suspendiert worden, obwohl sich die Vorwürfe gegen ihn in den Ermittlungen zuvor nicht erhärtet hatten. Im April/Mai 2007 stellte sich heraus, dass ein großer Teil der 7.000 verdächtigen Briten Opfer von Kreditkartenbetrügern waren.
  • In Großbritannien wurden ein Student und ein Universitätsmitarbeiter verhaftet, nachdem sie ein extremistisches Al-Qaeda-Handbuch aus dem Internet geladen und ausgedruckt hatten. Der Student schrieb lediglich an einer Dissertation über radikale islamistische Gruppen.
  • Ein amerikanischer Feuerwehrmann wurde festgenommen wegen versuchter Brandstiftung. Er soll versucht haben, durch Anzünden seines Hauses seine Frau und Kinder zu töten. Hauptbeweismittel war, dass er Feueranzünder derjenigen Marke gekauft hatte, die bei der versuchten Brandstiftung zum Einsatz kam. Dieser Datensatz war gespeichert, weil der Feuerwehrmann die Anzünder mit seiner Kundenkarte bezahlt hatte. Er kam erst wieder frei, als eine andere Person die Tat gestand.
  • Die US-amerikanische Polizei durchsuchte die Wohnung eines Unschuldigen nach Kinderpornografie. Der Betroffene berichtet, dass eine militärisch auftretende Einsatztruppe vor seiner Tür stand und ihn mit einer Waffe bedrohte. Es seien Kameras, Computer, DVDs und VHS-Kassetten mitgenommen worden. Erst später stellte sich heraus, dass der Polizei die falsche IP-Adresse gegeben worden war.

Pannen

  • Die Hessische Polizei stellt versehentlich ein 13 Seiten langes Einsatzprotokoll von Verkehrskontrollen ins Netz. Darin finden sich Namen, Geburtsdaten, aktuelle Adressen der Kontrollierten, „eventuelle Vorstrafen“, Automarke, Kennzeichen sowie Gesetzesverstöße. Die Daten stehen seit Februar 2006, also fast ein Jahr, im Netz und auch als das Ganze zufällig einem Rechtsanwalt auffällt, sieht sich die Polizei tagelang außerstande, die Daten aus dem Netz zu nehmen.
  • Das britische Amt für polizeiliche Führungszeugnisse (Criminal Records Bureau) hatte bei ca. 2.700 Personen fälschlicherweise Vorstrafen notiert. Einige bekamen aufgrund dieser Fehlinformationen keine Stelle.
  • Stalkern gelingt es trotz eingetragener Auskunftssperre im Melderegister immer wieder, die aktuelle Anschrift ihres Opfers vom Einwohnermeldeamt zu erfahren – was etwa Bert Simon aus Hannover in Lebensgefahr gebracht hat.
  • In der französischen Polizeidatenbank STIC, in welcher die Hälfte aller Franzosen verzeichnet ist, sind 83% der Einträge fehlerhaft. Da bei 1 Mio. Arbeitsstellen Bewerber mit der Datenbank abgeglichen werden, sieht die Datenschutzbehörde die Gefahr, dass es zu einer Vielzahl irrtümlicher Ablehnungen von Bewerbungen gekommen sein kann.

Wirtschaft

  • Die Auskunft der Telekom schlampte und gab die Adresse des Frauenhauses Tübingen heraus. Daraufhin musste die ganze Einrichtung schließen, weil die Sicherheit der Frauen nicht mehr gewährleistet war
  • Eine englische Kundin der britischen Großbank HBOS bekam nicht nur ihren eigenen Kontoauszug zugeschickt, sondern gleich fünf Briefe mit insgesamt rund 2.500 Seiten, die Angaben zu den Finanzverhältnissen von 75.000 Kunden enthielten. Ein Sprecher der Bank bedauerte diesen „Einzelfall“.
  • Der für Sicherheit an US-Flughäfen zuständigen Transportation Security Administration (TSA) ist eine externe Festplatte mit 100.000 Datensätzen über Mitarbeiter abhanden gekommen. Die Datensätze enthalten unter anderem die Namen, Sozialversicherungsnummern, Geburtsdaten, Gehaltsinformationen und Bankverbindungen von Mitarbeitern.

Maßnahmen des Staates

  • Brandstiftung in Schleswig-Holstein. Alle, deren Handy sich zur Tatzeit in der Nähe des Brandorts befand, wurden von der Polizei angeschrieben. Wer nicht antworte, müsse mit weiteren Maßnahmen rechnen, so die Polizei. Die Generalstaatsanwaltschaft stoppte die Fahndung als rechtswidrig. Der Täter wurde auf andere Weise gefasst.
  • Zur Aufklärung von Straftaten werden oft Massengentests durchgeführt. Wer nicht mitmacht, muss mit Befragung und Überwachung rechnen.
  • Weibliche, unverdächtige Besucher von Fußballspielen mussten sich vor den Augen der Polizei nackt ausziehen und eine umfassende Kontrolle dulden. Dies passierte unter anderem einer 17-jährigen Schülerin.
  • Gegner von Gentechnik in der Landwirtschaft sind im oberbayerischen Landkreis Ebersberg ins Visier des Staatsschutzes geraten… Die Staatsregierung teilt mit, dass bei Straftaten im Zusammenhang mit Gentechnologie von Staatsschutzdelikten ausgegangen werde.
  • Die Hamburger Ausländerbehörde hat zur Überprüfung, ob eine Scheinehe vorliegt, ohne rechtliche Grundlage einen Privatdetektiv damit beauftragt u.a. eine verdeckte Videoüberwachung des Eingangsbereichs der angegebenen ehelichen Wohnung durchzuführen, die Handynummer des Ehegatten verdeckt bei einem Familienangehörigen zu erfragen, an dessen PKW einen GPS-Peilsender anzubringen und eine neuntägige Bewegungsüberwachung vorzunehmen.
  • Die Staatsanwaltschaft ließ die Wohnung eines G8-Gegners durchsuchen. In dem Durchsuchungsbefehl wird dem Betroffenen vorgeworfen, an einem vor wenigen Monaten verübten Brandanschlag auf das Berliner Unternehmen Dussmann beteiligt gewesen zu sein. Das Indiz für diese Annahme: Der Beschuldigte hatte im Internet nach „Dussmann“ recherchiert. Dussmann unterhält unter dem gleichen Namen eines der größten Bücherkaufhäuser der Stadt.
  • Das Bundeskriminalamt speichert, wer Informationen der Behörde über bestimmte Straftaten durchliest, z.B. über die terroristische Vereinigung „militante gruppe“. Die Behörde lässt sich dann Name und Anschrift der Internet-Nutzerinnen und Nutzer mitteilen, um weitere Ermittlungen einleiten zu können.
  • Ein 27-jähriger arbeitsloser Bankkaufmann wurde beschuldigt, 2003 einen Brand gelegt zu haben. Die Ermittler in Landau (Pfalz) hörten Telefonate des Beschuldigten mit seiner Verteidigerin ab, obwohl das verboten ist. Von dem Vorwurf der Brandstiftung wurde der Betroffene später freigesprochen.
  • 2005-2008 hat der Bundesnachrichtendienst 2.000 E-Mails einer von der deutschen Entwicklungshilfeorganisation Welthungerhilfe geleiteten Hilfsorganisation in Afghanistan mitgelesen.
  • 2006 überwachte der Bundesnachrichtendienst über Monate hinweg E-Mails des afghanischen Handelsministers Amin Farhang (68), unter anderem auch solche mit der Spiegel-Journalistin Susanne Koelbl. Das Passwort zu dem E-Mail-Konto des Ministers bei Yahoo hatte der BND erhalten, indem er ein Spionageprogramm auf den Computer des Ministers eingespielt hatte.
  • In Großbritannien hörten die Behörden hunderte von Gesprächen zwischen Strafverteidigern und Gefängnisinsassen ab. Auch Gespräche zwischen einem Abgeordneten und einem Gefangenen wurden abgehört. Außerdem wurden die Taschen von Gefängnisbesuchern heimlich durchsucht, ihre Handys ausgewertet und ihre Dokumente kopiert.
  • Das US-amerikanische FBI führt über 700.000 Menschen als Terrorverdächtige; jeden Monat kommen weitere 20.000 Personen hinzu. Diese Personen haben bei der Einreise, bei Anträgen, bei Banken usw. mit größten Schwierigkeiten zu kämpfen.
  • Totalüberwachung von Autofahrern in den Vereinigten Arabischen Emiraten: Der Golfstaat hat IBM mit dem Aufbau eines landesweiten Verkehrsleit- und Sicherheitssystems beauftragt. In jedes Fahrzeug wird künftig eine personalisierbare Black-Box eingebaut, die Standort und Geschwindigkeit an Regierungsbehörden übermittelt.
  • Das amerikanische FBI hat ohne gerichtliche Genehmigung und illegal jahrelang Konto-, Telefon- und Kreditkartendaten von Bürgern erhoben. Binnen drei Jahren nach Erlass eines entsprechenden Gesetzes gab es 143.000 „Anti-Terror-Anfragen“, sie betrafen 52.000 Menschen. Nicht immer lag Terrorverdacht vor; nur selten führten sie auf eine heiße Spur.
  • An Kanadas Grenzen werden alle Personen zurückgewiesen, die in ihrem Leben einmal verurteilt worden sind, auch wegen leichter Vergehen. Betroffen waren beispielsweise ein Mann, der sieben Jahre zuvor wegen Trunkenheit am Steuer verurteilt worden ist, ein Mann, der eine Sondererlaubnis zum Konsum von Marihuana aus medizinischen Gründen hat, ein Mann, der 1975 wegen Besitz von Marihuana verurteilt wurde, ein Mann, der als Student etwas aus dem benachbarten Supermarkt mitgehen ließ – und zwar vor 20 Jahren. Hintergrund ist ein Abkommen zwischen Kanada und den USA, demzufolge jedes Land auf die Polizeidatenbanken des anderen Zugriff erhält. Ähnliche Abkommen mit Europa sind geplant.
  • Der deutsche Staatsbürger und gebürtige Syrer Majed Shehadeh, wird am 28.12.2006 bei der Einreise in die USA zwei Tage lang ohne Angabe von Gründen festgehalten und verhoert. Während dieser Zeit wurde ihm die Einnahme lebenswichtiger Herzmedikamente verweigert. Anschliessend wurde ihm die Einreise verweigert – Shehadeh wurde ausgewiesen, obwohl seine Frau Amerikanerin ist und er seit knapp 30 Jahren ein Haus in den USA besitzt. Weder die Einwanderungsbehörde noch das FBI nahmen bislang zu dem Fall Stellung.
  • Urlaub in der Einzelzelle – wie US-Behörden deutsche Touristen schikanieren. Die USA wollen sich mit verschärften Sicherheitsmaßnahmen vor Terroristen schützen. Doch die Folge sind häufig voreilige Verdächtigungen und Gefängnisaufenthalte völlig harmloser USA-Besucher.

Maßnahmen der Wirtschaft

  • Tauschbörsennutzer bekamen im Dezember 2006 Abmahnungen: Sie hätten rechtswidrig eine Software heruntergeladen und müssten deswegen Schadenersatz und Gebühren zahlen. Einige der Betroffenen zahlten. Später stellte sich heraus, dass die Software kostenfrei weitergegeben werden durfte (Freeware); die Anwaltskanzlei zog ihre Abmahnungen zurück. Die Ermittlung der Betroffenen war nur dadurch möglich, dass deren Internet-Zugangsanbieter die zugewiesenen Kennungen auf Vorrat speicherten.
  • Die Deutsche Telekom AG wertete 2005 und 2006 über einen Zeitraum von insgesamt anderthalb Jahren missbräuchlich die Telefonverbindungsdaten von Journalisten sowie von Arbeitnehmer-Aufsichtsräten, Managern und Betriebsräten des Unternehmens aus, um undichte Stellen im Unternehmen zu ermitteln…. Ausgewertet wurden nicht weniger als 250.000 Telefonverbindungen. Anhand von Handy-Standortdaten wurden auch die Bewegungen der Betroffenen nachverfolgt. Überwacht wurden auch Personen, die mit der Telekom kaum oder garnicht zu tun hatten…
  • Die Deutsche Bahn hat jahrelang und systematisch ein- und ausgehende E-Mails auf etwaige Pressekontakte überprüft. Außerdem hat sie E-Mails einer Gewerkschaft, die zum Streik aufrief, gelöscht.
  • eBay erteilte dem Zoll Auskunft über 3.000 Käufer von Kaffee in den Niederlanden. Der Zoll leitete gegen alle ein Strafverfahren ein: Sie hätten es versäumt, 2,19 Euro Kaffesteuer pro Kilogramm Röstkaffee zu zahlen
  • Die Telekom Austria soll Kunden-Daten anderer Internet Service Provider benutzt haben, um diese mit cold calls zu einem Anbieterwechsel zur Telekom Austria zu bewegen. Ein solches Vorgehen verstößt gegen österreichisches Datenschutz- und Wettbewerbsrecht.
  • Vodafone Ungarn hat 2005 alle 15 Minuten den Standort aller ihrer Mitarbeiter anhand ihrer Handy-Daten aufgezeichnet und in eine Datenbank eingestellt…

Missbrauch durch Einzelpersonen

  • Deutscher Polizeidirektor soll polizeiliche Informationssysteme benutzt haben, um Infos über Leute abzufragen, die eine Wohnung von ihm mieten wollten. Das Verfahren ist eingestellt worden.
  • Lufthansamitarbeiterin gibt Daten über Bonusmeilen von Abgeordneten an die Presse heraus…
  • Der bayerische Datenschutzbeauftragte hat 2005 stichprobenweise 53 Abfragen von Polizeibeamte im polizeilichen Informationssystem überprüft. Bei 15 dieser Anfragen konnte eine dienstliche Notwendigkeit nicht festgestellt werden; 3 Abfragen waren sogar eindeutig dem privaten bzw. sozialen Umfeld der abfragenden Polizeibediensteten zuzurechnen.
  • Ein Mitarbeiter der GEZ, der gleichzeitig bei einer Autoversicherung tätig war, hatte Zugriff auf die Daten von Kunden, welche er offensichtlich dazu benutzte, um nicht angemeldete Autoradios ausfindig zu machen.
  • Mitarbeiter des Bundeskriminalamts verkauften 2002 und 2003 geheime Informationen und Daten an die Presse. Die Verantwortlichen konnten noch immer nicht identifiziert werden.
  • Ein in Berlin tätiger Mitarbeiter des Bundesnachrichtendienstes, der mit der Überwachung elektronischer Kommunikation betraut war, soll seine technischen Möglichkeiten auch privat genutzt haben. Er soll während seines Dienstes den Email-Verkehr eines Deutschen ausgespäht haben, weil dieser ein Verhältnis mit seiner Frau hatte.
  • Ein Mannheimer Polizeibeamter hat rechtswidrig den Mitschnitt eines Notrufs weitergegeben. Inzwischen ist der Mitschnitt im Internet veröffentlicht und dort über 400.000mal abgerufen worden, einschließlich Namen und Anschrift der Anruferin. Die 42-jährige Anruferin ist wegen ihres Dialekts und der Mutmaßung des Polizeibeamten, sie habe ihr Gebiss nicht im Mund, zum Gespött der Öffentlichkeit geworden. Das Verfahren gegen den Polizeibeamten wurde eingestellt. Inzwischen ist auch ein Anruf bei der Polizei in Hamm im Internet veröffentlicht worden, um sich über die Anruferin lustig zu machen.
  • Für nur 850 Euro wurden der Verbraucherzentrale 6 Millionen Datensätze deutscher Bundesbürger mit Kundendetails wie Adresse, Geburtsdatum und auch Kontonummern und Bankverbindungen verkauft. Solche Daten werden beispielsweise von Call-Centern dazu benutzt, fingierte Kontoabbuchungen zu veranlassen.
  • Im Jahr 2006 verkaufte ein Mitarbeiter von T-Mobile die Daten der 17 Mio. Prepaid- und Postpaid-Kunden des Mobilfunkunternehmens. Die Daten umfassen den Namen, die Mobilfunknummer, die Anschrift, teils das Geburtsdatum und in einigen Fällen auch die E-Mail-Adresse. Zur Aufklärung des Datenlecks verletzte T-Mobile erneut das Fernmeldegeheimnis und überprüfte illegal Verbindungsdaten.
  • 2007 soll eine stellvertretende Leiterin in der Abteilung Verkehrsüberwachung der Kreisverwaltung München den Standort wertvoller Motorräder am Dienstcomputer abgefragt und ihrem Ehemann mitgeteilt haben. Dieser stahl die Motorräder und verkaufte sie nach Bosnien.
  • In Italien ließ der Sicherheitschef der Telekom von 1997 bis 2006 die Telefonate von mehr als hunderttausend Bürgern abhören, darunter einfache Angestellte, aber auch Großbankiers, Politiker, Unternehmer, Intellektuelle, Sportler, Schiedsrichter, Show-Größen. Dies war ihm möglich, weil er für die Durchführung von (legalen) Telefonüberwachungen zuständig war. Er schleuste gefälschte, gerichtliche Überwachungsanordnungen ein. Neben den Telefondaten gelangte der Spionagering auch an Email-Korrespondenzen, Bankverbindungen und andere Daten. Diese Informationen wurden gegen Bezahlung von etlichen Polizisten und Finanzpolizisten geliefert – elf sind verhaftet worden. Diese Beamten drangen in Dateien der Steuerbehörden und des Innenministeriums ein, um die illegalen Dossiers noch anzureichern. Mit den gewonnenen Informationen wurden Skandale im den Medien produziert oder Menschen erpresst.
  • Ein irischer Beamter nutzte seinen Dienstcomputer, um für seinen kriminellen Bruder Einkommensdaten von potenziellen Opfern herauszusuchen. Der Bruder nutzte die Daten für einen Einbruchsdiebstahl und um drei Geschäftsleute zu erpressen. Gegenüber der Polizei erklärte der inzwischen entlassene Sozialamtsmitarbeiter, es sei „üblich“, dass Mitarbeiter finanzielle Informationen über Freunde, Familienmitglieder, Arbeitskollegen und Bekannte abrufen.
  • AOL-Mitarbeiter verkauft für 28.000 US-Dollar eine Liste mit 92 Millionen Namen von amerikanischen AOL-Nutzern einschließlich E-Mail-Adresse und teilweise weiteren persönlichen Daten wie Telefonnummer, Wohnort oder Kreditkartendaten an einen Spammer.
  • 2005 verschaffte sich ein Cracker Zugang zu sensiblen Daten von 40 Mio. Kreditkartenkunden. Daraufhin tauchten auf den Abrechnungen einiger Kunden Belastungen auf, die nicht von ihnen stammten.
  • Datendiebstahl ist ein großes Problem. Der amerikanischen Handelskommission zufolge erlitten allein im Jahr 2002 10 Mio. Amerikaner oder 5% der erwachsenen Bevölkerung Nachteile infolge von Datendiebstahl. Datendiebstahl führt für die Betroffenen zu finanziellen Verlusten, zu Kreditkündigungen, dem Verlust von Arbeitsplätzen, in manchen Fällen sogar zur Festnahme Unschuldiger, deren Daten von Kriminellen benutzt worden waren. In den meisten Fällen dauert es lange, die Folgen eines Datendiebstahls zu beseitigen.
  • Der Bank of America kamen 2005 Kontodaten von 1,2 Mio. Bundesbediensteten abhanden.
  • Der Datenhändler Lexis-Nexis verlor 32.000 Datensätze über Amerikaner an Hacker.
  • Jeden Monat gelangen 6 Millionen persönliche Daten (Sozialversicherungs- oder Kreditkartennummern, medizinische Daten, Adressen etc.), die rechtmäßig gesammelt wurden, in den USA in die falschen Hände, ergab die Auswertung eines amerikanischen Professors…
  • Bei dem US-amerikanischen Forensik-Unternehmen Guidance wurde im Dezember 2005 ein Server geknackt und Namen, Adressen und Kreditkartendaten von rund 3800 Kunden kopiert.

Quelle und deren Quellenangaben : Daten-Speicherung.de

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s

%d Bloggern gefällt das: